Wollsachen

Kleidung aus Wolle ist großartig! Ob kleiner oder großer Mensch, ob drunter oder drüber getragen, ob Socke, Unterzieher oder Mantel, jeder der einmal eine Wolltextilie sein Eigen nennen durfte, weiß ihre Eigenschaften zu schätzen. Wärmend, ohne zu überhitzen, geruchsneutralisierend und schmutzabweisend, dazu noch schick und zunehmend modern!

Was bedeutet Wolle kbT?

 

Kleidung aus Wolle gibt es nicht nur im Naturwarenhandel. Wichtig ist daher, darauf zu schauen, ob die Wolle auch aus kontrolliert biologischer Tierhaltung stammt, denn hier gibt es zur konventionellen Tierzucht erhebliche Unterschiede. 

Wollverarbeitung und Handwerk haben auch in Deutschland eine lange Tradition. Daher werden im Gegensatz zu den Baumwolltextilien die meisten biologischen Wolltextilien einheimisch produziert. Handel und Kauf von Naturkleidung aus Wolle unterstützt daher nicht nur qualitativ hochwertige, ethisch und umweltverträglich hergestellte Produkte sondern dient auch dem Erhalt der regionalen Wirtschaft.

Die kontrolliert biologische Tierhaltung

(1) Haltung
Für die kontrolliert biologische Tierhaltung ist artgerechte Haltung selbstverständlich. Die Tiere werden ihren Ernährungs- und Verhaltensbedürfnissen entsprechend gehalten. Dazu gehören ausreichend Auslauf, geeignete Unterbringung und Einstreu, gute Belüftung sowie eine geringe Besatzdichte. Anbindehaltung oder Einzelhaltung von Tieren ist verboten. Weideflächen werden nicht chemisch behandelt. Auf den Einsatz von Pestiziden und Kunstdünger wird verzichtet. Eventuelle Transportzeiten werden so kurz wie möglich gehalten. Es kommen Rassen zum Einsatz, die an die Klima- und Lebensbedingungen der Region optimal angepasst sind. Die Tierbetreuer müssen für Ihre Aufgaben entsprechend qualifiziert sein.

(2) Ernährung
Für Schafe ist artgerechtes Futter vegetarisch. Masthilfsmittel sind ausgeschlossen. Die Futtermittel stammen aus kontrolliert biologischem Anbau. Der Anbau gentechnisch veränderten Saatguts und die Verwendung solcher Pflanzen als Futtermittel kommen bei biologischer Tierhaltung nicht in Frage.

(3) Behandlung
Bei Parasitenbefall werden in der konventionellen Tierhaltung auch Pestizide am Tier eingesetzt. Dies kommt bei der biologischen Tierhaltung nicht vor. Durch den Kreislauf gesunder Boden - gesunde Pflanzen, werden die Tiere widerstandsfähiger gegenüber dem Parasitenbefall und benötigen in der Folge keine chemische Schädlingsbekämpfung. Der Einsatz von Medikamenten ist stark reglementiert. Es wird versucht mit Homöopathie und anderen Naturheilverfahren auszukommen. Bei der biologischen Tierhaltung ist das sogenannte Mulesing verboten. In dieser für die Tiere sehr schmerzhaften Prozedur werden den Lämmern ohne Betäubung Teile des Schwanzes und des Hinterleibes abgeschnitten. Dieses und weitere kritische Fakten, die mit der Behandlung von Tieren bei konventioneller Schafhaltung einhergehen könne Sie ausführlich in den Beiträgen der Tierschutzorganisation Animalfair nachlesen (http://www.animalfair.at/2011/11/wolle/).

Die Wollverarbeitung bei Naturtextilien

Nach der Schur, die schonend von Hand vorgenommen wird, wird die Wolle umweltfreundlich gereinigt. Dies erfolgt in der Regel mit Wasser, Seife und Soda. Tenside, die bei der Reinigung verwendet werden, müssen biologisch abbaubar sein oder in klärende Kreisläufe geführt werden. Auch die weitere Verarbeitung erfolgt schonend. Beim Bleichen werden keine chlorierten Kohlenwasserstoffe verwendet. Optische und chemische Aufheller sind verboten. Zum Färben werden gesundheitsunbedenkliche Farbstoffe eingesetzt. Die Farben sind speichelecht, azo- und schwermetallfrei. Wenn eine Ausrüstung erforderlich ist, erfolgt diese auf mechanischem Wege, eine chemische Ausrüstung ist ausgeschlossen.

Die Eigenschaften von Wolle

Die hervorstechendste Eigenschaft von Wolle ist ihr Wärmerückhaltevermögen. Es gibt keinen Textilrohstoff, der besser wärmt, wenn es kalt ist. Zudem ist sie temperaturausgleichend und atmungsaktiv. Wolle transportiert Feuchtigkeit von innen nach außen und kann bis zu 30 % ihres Eigengewichts Feuchtigkeit aufnehmen, ohne dass der physikalische Effekt der Verdunstungskühle eintritt. Dadurch ist sie hervorragend für Unterwäsche geeignet. Sie ist die hightec-Faser der Natur - mit einem Wollunterhemd gibt es keinen kalten Schweiß am Rücken nach dem Sport. Dies ist ein großer Vorteil für Kinder, die ja oftmals beim toben sehr ins schwitzen kommen und selbst wenig darauf achten, ob sie passend gekleidet sind. Wolle ist von Natur aus schmutz- und wasserabweisend. Auch unangenehme Gerüche kann sie verwandeln. Wolltextilien haben nur sehr selten eine Wäsche nötig, i.d.R. genügt regelmäßiges auslüften. Muss man Wolle doch einmal waschen, ist es wichtig zu wissen, dass man sie am besten maximal handwarm im Waschbecken oder im Wollwaschgang waschen darf. Die Faser ist sehr wasser- und temperaturempfindlich und eine Wolltextilie, die aus Versehen bei 40 Grad in die Maschine gelangt, ist danach gut 1 bis 3 Konfektionsgrößen kleiner.

Welche Varianten der Wollverarbeitung gibt es?
 

1) Woll-Fleece

Die Basis für die Herstellung von Wollfleece ist ein Frottee aus Merinowolle. Dieser Stoff wird mit Hilfe von Bürsten so aufgerauht bis ein kuschelig weicher Fleecestoff entsteht, der nicht kratzt.  Dieser ist nicht so stark verdichtet wie Wollwalk und ist daher weniger winddicht. Wollfleece ist der leichteste aller Wollstoffe und eignet sich damit perfekt als Unterfutter für Regen- und Schneekleidung sowie als zusätzliche Schicht zum Mitnehmen für jeden Tag. Durch die hochvoluminöse Oberfläche ist der Wärmeeffekt sofort spürbar.

Kuscheln und Wohlfühlen garantiert!
 

2) Woll-Frottee

Durch relativ loses Stricken und anschließendes leichtes Walken, entsteht ein Stoff, der die Vorteile der Wolle mit dem angenehm kuscheligen Gefühl von Frottee verbindet. Ideal als Grundlage für gemütliche Schlafwäsche oder weiche Kopfbekleidung für die Übergangszeit.
 

3) Woll-Walk

Unter Walken versteht man die mechanische Verfestigung (Filzen) einer gewebten Fläche, bei welcher sich die im Stoff nebeneinander liegenden Fasern verhaken und zusammenziehen. So entstehen Walkstoffe. Diese sind winddicht und wasserabweisend. Außerdem sehr strapazierfähig, knitterfrei und gut wärmerückhaltend. Daher ist der Walkstoff perfekt als letzte Außenschicht, ob als Hose, Jacke oder Overall. Hiermit ist Mann, Frau und Kind, nicht nur chick, sondern auch wind- und wettergeschützt eingepackt.

Wer einmal einen Wollmantel sein eigen nennen durfte weiß wovon wir sprechen! 
 

4) Woll-Strick

An traditionellen Strickmaschinen wird die vorher zu Fäden gesponnene Wolle in liebevoller Handarbeit zu weichen, anschmiegsamen, wohlig wärmenden Lieblingsstücken verarbeitet. In Deutschland hat das Strickhandwerk eine lange Tradition. Daher ist es so erfreulich, dass die Wollstricktextilien überwiegend aus heimischer Produktion und Veredelung kommen. 
 

5) Woll-Feinstrick

Mit der Bezeichnung Feinstrick werden besonders feinmaschige Strickwaren beschrieben. Verwendung findet Feinstrick vor allem bei Unterwäsche. Oft wird hierbei noch Seide hinzugefügt, um eine noch größere Weichheit und Leichtigkeit zu erhalten. Inzwischen gibt es sogar maschinenwaschbare Higt-Tec-Unterwäsche, welche der konventionellen Microfaserunterwäsche in Form und Funktion in nichts nachsteht.