Häufige Fragen

Ab wann kann ich mein Baby tragen?

Da der menschliche Säugling biologisch betrachtet zu den Traglingen gehört, ist er von Geburt an, an das Getragenwerden angepasst. Sie können also, sobald sie sich selbst dazu in der Lage fühlen, mit dem Tragen beginnen.

Ist es besser, wenn ich mein Baby am Anfang liegend trage?

Wenn die Bindeweise sicherstellt, dass Rücken und Kopf ausreichend gestützt sind, spricht nichts dagegen, das Kind von Anfang an aufrecht zu tragen. Weder das eine noch das andere ist besser. Wählen sie die Variante, die ihnen und ihrem Kind am besten behagt.

Wie lange kann ich mein Baby tragen?

So lange es Ihnen und dem Baby gefällt. Mit zunehmender Verselbständigung ist zu erwarten, dass das Baby immer weniger getragen werden will. Normalerweise lieben es Kinder noch bis zu einem Alter von 3 Jahren in bestimmten Situationen getragen zu werden. Wenn Ihnen das Tragen Mühe macht, sollten Sie lieber mit einer kurzen Tragezeit beginnen und diese allmählich steigern. Das beiderseitige Wohlbefinden ist wichtiger Anhaltspunkt für die für Sie richtige Tragedauer.

Mein Baby ist schon älter, macht es Sinn noch mit dem Tragen zu beginnen?

Unbedingt! Die vielen Vorteile des Tragens kommen natürlich auch älteren Babys zu Gute. Es kann sein, dass sie es sogleich unbeschwert genießen können. Ebenso ist es auch möglich, dass Probleme durch den späteren Tragebeginn auftauchen, weil es für beide ungewohnt ist. Das Baby muss sich eventuell mit der Enge vertraut machen und Ihre Muskeln müssen sich erst an das zusätzliche Gewicht gewöhnen. Mit Geduld, der passenden Technik oder Tragehilfe und allmählicher Steigerung der Tragezeit sollten sich die Anfangsschwierigkeiten jedoch bald legen.

Welche Technik eignet sich für welches Alter?

Üblicherweise empfiehlt man, in den ersten 10 bis 12 Wochen vor dem Bauch zu tragen und sobald das Baby den Kopf gut halten kann, mit dem Tragen auf der Hüfte und dem Rücken zu beginnen. Wenn sie sich daran halten, können sie nichts falsch machen. Entscheidend ist bei allen Techniken, dass Rücken und Kopf gut gestützt sind. Wenn sie dies beachten, können sie ihr Kind auch schon eher auf Hüfte oder Rücken tragen. Genauso kann man auch ältere Kinder weiter gut vor dem Bauch tragen, solange sich alle dabei wohlfühlen.

Kann ich beim Tragen etwas falsch machen?

Für das Tragen gibt es wichtige Grundregeln. Das Tuch muss korrekt gebunden sein und soll fest sitzen. Rücken und Kopf (bei älteren Kindern zumindest im Schlaf) müssen gut gestützt sein. Achten sie auf die Spreiz-Anhock-Stellung, um eine korrekte Hüftstellung zu gewährleisten und die Wirbelsäule in ihrer leicht gerundeten Haltung zu unterstützen. Die Beine dürfen nicht gerade herabhängen. Der Po sollte knapp tiefer als die Knie liegen. Vor dem Bauch darf das Kind nicht so hoch gebunden sein, dass das Kinn mit dem Köpfchen kollidieren kann. Beim Tragen auf dem Rücken immer mal wieder im Spiegel (Autoscheiben) überprüfen, ob alles noch richtig sitzt. Niemals sollte das Kind mit dem Blick nach vorn, vom Körper weg in Tragetuch oder Tragesack gesetzt werden. Zum einen sind Rücken und Beinhaltung bei dieser Position nicht korrekt. Es kommt zur Streckung von Beinen und Wirbelsäule was sich ungünstig auf die gesunde Entwicklung auswirkt. Zum anderen kann sich das Baby so nicht den Reizen entziehen denen es begegnet anders als bei den anderen Positionen, wo es jederzeit sein Gesicht am Körper des Tragenden verbergen kann.

Was mache ich, wenn mich Schulter- und Nackenschmerzen quälen?

Viele Schmerzen lassen sich durch ein gut gebundenes Tuch vermeiden. Die Stoffbahnen sollten breit über den Schultern liegen, um das Gewicht gut zu verteilen. Beim Binden ist darauf zu achten, dass sich die Tuchbahnen nicht verdrehen, da so schmerzhafte Druckstellen entstehen können. Das Kind sollte möglichst hoch und eng an den Körper gebunden werden, da dann der Schwerpunkt günstiger verteilt und das Tragen so leichter ist. Überfordern sie sich nicht, tragen sie nicht über ihre Belastungsgrenzen hinaus. Steigern sie die Tragezeit lieber allmählich. Sollten schon vorhanden Rückenprobleme zu Tage treten oder verstärkt werden, ist es eine gute Gelegenheit, sich ihnen zu widmen. Massagen oder ein heißes Bad können für Linderung sorgen. Schlimmstenfalls nehmen sie physiotherapeutische Hilfe in Anspruch. In Zeiten, in denen ihr Rücken Schonung braucht, bitten sie andere nahestehende Personen, sie mit dem Tragen abzulösen, die Bereitschaft ist oft größer als man denkt.

Was zeichnet ein gutes Tragetuch aus?

Wichtig ist, dass es in der Länge fest ist in Kette und Schuss. Diagonal soll es dagegen eine gute Dehnbarkeit aufweisen. Beides erfordert eine aufwändige Webtechnik, eine einfache Leinwandbindung genügt beispielsweise nicht. Der Stoff darf nicht zu glatt sein, sonst löst sich der Knoten zu leicht. Er darf aber auch nicht zu grob sein, da dies die Handhabbarkeit der Bindetechniken einschränken kann. Zu dünn darf das Gewebe nicht sein, da es beim Zusammenrutschen der Tuchfalten in den Kniekehlen des Kindes einschneiden könnte, so dass die Beinchen einschlafen würden. Zu dick sollte der Stoff nicht sein, da sich ein solcher schlecht knoten lässt. Die Kanten sollten durch eine doppelte Umnaht verstärkt und der Stoff sollte natürlich schadstofffrei sein. Vorsicht daher bei extrem preisgünstigen Angeboten. Diese erfüllen die umfangreichen Qualitätskriterien meist nicht in allen Punkten.

Kann ich mein Kind auch im Winter tragen?

Gerade im Winter kann man sich beim Tragen leicht versichern, ob es das Baby kuschelig warm hat. Dazu sollte es unbedingt unter der äußeren Kleiderhülle am Körper getragen werden. Voraussetzung ist eine lange Jacke oder ein langer Mantel, der über die Füße des Kindes reicht, denn diese sind die Problemstelle, da sie nicht so dicht am wärmenden Erwachsenenkörper anliegen, wie der restliche Körper. Wenn man sich nicht sicher und noch unerfahren ist, kontrolliert man am besten von Zeit zu Zeit, ob die Füße noch schön warm sind. Zu beachten ist weiterhin, dass das Baby nicht zu dick angezogen wird, da es sonst auch schnell zu warm werden kann. Man fühlt es eigentlich ganz gut.

Tragetuch oder Tragesack, was ist besser?

Ein Tragesack, der die Anforderungen an eine geeignete Tragehilfe erfüllt (breiter Steg, gute Rücken- und Kopfstütze, anatomisch korrekte Beinhaltung, hoher Sitz, Verstellmöglichkeiten), ist ebenso wie ein Tragetuch geeignet. Die Vorteile des Tragetuches bestehen in der stufenlosen Anpassung und der variablen Einsetzbarkeit. Die Stärken des Tragesackes bestehen in seiner leichteren Bedienbarkeit und darin, dass man beim Tragen auf dem Rücken immer sicher sein kann, dass alles „an seinem Platz“ ist.